AG „Stille Helden“ traf am Montag auf Zeitzeugen

19.11.2018

Namen von stillen Helden, die das Leben ihrer jüdischen Mitmenschen durch selbstloses Handeln gerettet haben

 

Unsere Suche nach freiwilligen Helfern geht weiter.

 

Das seit einem halben Jahr geplante Treffen mit Ruth, der Tochter der Jüdin Edith Höding, hat endlich stattgefunden.

 

Wir, das sind die Mitglieder der AG „Stille Helden“ Leonie, Amelie, Leif und Lucas, waren am Montag, dem 12.11.2018, zu Gast bei der jetzt 74-jährigen Ruth und ihrer inzwischen 92 Jahre alten Cousine Irene. Wir wollten unbedingt noch mehr über das Schicksal der Edith Höding, die 1944 mit ihrer knapp einjährigen Ruth in Schulzendorf bei Königs - Wusterhausen von Berliner Nachbarn und einem alten Ehepaar vor dem Zugriff der Nazis versteckt worden war, erfahren. Ruth war damals viel zu klein, eben ein Baby noch, um uns Details zum Versteck, zu den Helfern geben zu können. 

 

Wie Detektive hatten wir im Voraus recherchiert: Archive, Ämter, Pfarrer und mehr  angeschrieben mit der Bitte, uns bei der Suche weiterzuhelfen. Jedem Hinweis sind wir nachgegangen. So konnten wir auch im Tagebuch, das die Jüdin über die Kriegsjahre geführt und ihrer Tochter zum 18. Geburtstag geschenkt hatte, lesen. Aber uns fehlten noch immer Informationen zum Versteck und zu dem alten Ehepaar aus der Nachbarschaft. Wir haben während unserer Suche auch festgestellt, dass es neben den Berliner Nachbarn der Jüdin und dem Ehepaar noch andere selbstlose Helfer gab, z.B. die Cousine, die damals 18 Jahre alt war, oder den Arbeiter Peter in der Membran-Fabrik  im „Braunen Weg“ in Berlin.

 

Während unseres Zeitzeugengespräches konnte uns die Cousine Irene keine wesentlich neuen Informationen geben. Sie erhielt  damals nur die allernotwendigsten Fakten zum Versteck, um dadurch natürlich die Jüdin, aber auch sie selbst vor den Nazis zu schützen.

Dafür berichtete sie uns über ihre Schul- und Lehrlingszeit in Nazideutschland, über ihr Denken und Fühlen zu dem, was sie in ihrer unmittelbaren Umgebung beobachtet hatte. So beschrieb sie erschreckend detailliert, wie eine jüdische Familie, die ein Fleischergeschäft betrieben hatte, spät abends mit Gewalt in einen LKW gepfercht und abtransportiert worden war.

 

Wie schnell knapp zwei Stunden intensiven Zuhörens, aber auch Fragenstellens vorbei sein können...

 

An dieser Stelle möchten wir uns für das sehr offene und nachdenklich stimmende Gespräch mit Ruth, der Tochter der Jüdin, und der Cousine Irene bedanken.

 

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